Die Kirche St. Nicolai
Grundsätzliches zur St.Nicolaikirche: Die Nicolaikirche in Grömitz ist dem Märtyrerbischof Nicolaus von Myra gewidmet, der als Freund der Kinder und Bedrängten seit dem 11. Jahrhundert auch als Schutzpatron der Fischer große Verehrung genoss. Sie wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vermutlich um 1230 errichtet. |
Es ist nicht auszuschließen, dass der in der "Veste tho de Grobenitze" auf dem Blocksberg residierende Schlossherr den Bau veranlasst hat, um die im Kirchspiel lebenden Wenden von ihrer Verehrung der alten Naturgottheiten abzubringen und zum Gehorsam gegen die neue germanische Obrigkeit zu erziehen. Erstmalig erwähnt wurde die Kirche im Jahre 1259 in einem Verzeichnis der Kirchen des Bistums Lübeck. In einem weiteren "Verzeichnis der Einkünfte der bischöflichen Tafel zu Lübeck" von 128?, die letzte Ziffer ist leider nicht mehr lesbar, gehören zur Pfarrkirche Grömitz acht Dörfer, darunter Grömitz, Körnick, Lenste, Suxdorf und Radwartdeshagen, das spätere Nienhagen. 1323 wurde das Dorf Grömitz von seinem Besitzer, dem Ritter Marquard von Westensee, an das Kloster Cismar verkauft. Damit erhielt der Abt des Benediktinerklosters auch das Patronat und die Aufsicht über die Nicolaikirche. |
Das einschiffige rechteckige Langhaus und der kastenförmige Chor mit ihren aus sauberen Schichten aus glatten oder gespaltenen Findlingen aufgesetzten Mauern stammen noch aus der Gründungszeit der Kirche. Der gedrungene Turm und die Sakristei an der Südseite wurden später aus Backsteinen angesetzt. Möglicherweise wurde der Turm angebaut, als Grömitz im 15. Jahrhundert städtische Verfassung hatte, um dem neu gewonnenen Rang sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Zu der Zeit muss der Turm ein stattlicheres Aussehen gehabt haben als heute. Eine Nachricht aus dem Kircheninventar 1846 besagt, dass er bis ins 17. Jahrhundert eine hohe Turmspitze gehabt haben soll. Die Jahreszahl 1665, die in Gestalt eines Zahlenankers am Turm verewigt ist, weist darauf hin, dass er in dieser Zeit seine heutige Form erhalten hat. Die Turmspitze war bei einem schweren Sturm, vermutlich im Jahre 1663, herabgefallen. Da die Grömitzer Einwohner durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges verarmt und außerdem noch von einer schweren Viehseuche betroffen waren, steuerte der Fürstbischof in Eutin einen Teil zu den Baukosten bei. |